Differenz
Da ich - bis jetzt jedenfalls - die unbestimmte Rede von den zwei
Strahlen auf der Erdoberfläche nicht zu verschärfen weiß,
betrachte ich zuerst einmal die "zwei Strahlen" in der Mercatorkarte.
Ich gehe dabei von der Annahme aus, daß es sich bei ihnen um Loxodromen
handelt (handeln soll).
Die "Punkte" ISLAND, ALASKA, SPANIEN lege ich durch die folgenden Koordinatenpaare
fest:
ISLAND = (18°W|64°N)
ALASKA = (148°W|64°N)
SPANIEN = (4°W|40°N).
Ich habe unter den Titeln DISTANZ (126 kB), GRAPHIK
(190 kB) und MUSEUM (232 kB) sich-selbst-entpackende Dateien zum DownLoad
vorbereitet, die Sie in den Stand setzen, die angezeigten Experimente durchzuführen.
Unter WINDOWS 2000 habe ich bis 1 GHz getestet. |
| Der interessierte Leser mag die
nachfolgenden Bilder einzeln für sich nach dem Herunterladen der Datei
graphik.exe
nachbilden. |
Die Datei
distanz.exe enthält zwei Programme, mit denen a) loxodromische
Winkel und Entfernungen und b) Großkreisbestimmungsstücke berechnet
werden können. |
"Klassische" Projektionen der Erde liefern
die Tastenanschläge (Ctrl-)
F2: Mercator (winkeltreu,konform)
F3: Zylinderprojektion
F4: Marinus (abstandstreu)
F5: Lambert (flächentreu)
F6: Mollweide (flächentreu)
F7: Kegelprojektion (konform)
F8: Ptolemäus I (abstandstreu)
F9: Stab-Werner-Bonne (flächentreu)
= (Ptolemäus II) |
Das Programm
museum.exe
liefert einen 'Film', der in das Thema 'Die Mercatorprojektion' einführt.
Sie sehen u.a. eine Modellierung des 1610 von Edward Wright
vorgetragenen BLOW UPs.
Die Programme graphik und museum verlangen
einen ROM-Speicher von wenigstens 582 kB, den Sie unter WINDOWS z.B. durch
Ausschalten die Dateien AUTOEXEC.BAT und CONFIG.SYS erhalten. Unter ME
booten Sie bitte mit der 'Minimalkonfiguration' von der Bootdiskette. Unter
WIN 2000 laufen die Programme im DOS-Fenster.
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Beobachten Sie das Auseinanderfallen von kursgleichen
(loxodromischen) und kürzesten Wegen (orthodromischen): Die kürzeste
Verbindung zweier Punkte A, B über den Großkreis A(M)B der Kugel
- Mittelpunkt M - erscheint in der Mercator-Karte als die scheinbar längere.
Beobachten Sie in den Projektionen F3 bis F9 wie beide Kurven i.a. als
'echte' Kurven abgebildet werden.
An der hellblauen Orthodromen IS ist zu erkennen, daß sie nahezu
mit der weißen Loxodromen IS zusammenfällt; anders dagegen bei
den Verbindungen IA. Den mitgelieferten Daten entnimmt man den Winkel AIS
= 270°-160.83° = 109°10'.
.
Die folgende Darstellung der von Fischer/Peters inaugurierten
Diskussion bietet wieder Vermutungen Tür und Tor, aber diesen Raum
der Vermutungen wollen wir hier nicht betreten:
.
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| Im vorstehenden Mercator-Entwurf wurden zuerst die Loxodrome
/ Orthodrome von S aus: SA, bestimmt und danach die Loxodromen AI und IS
eingefügt. In der w.o.a. Darstellung wurde beide unabhängig voneinander
einmgezeichnet. |
Da Fischer einen betreffenden Winkel von 105° (d.h. ungefähr
109°) angibt, könnte es sein, daß Peters/Fischer
unter den zwei Strahlen auf der Erdoberfläche
die
Tangenten an die betreffenden Großkreise IA und IS und ihren entsprechenden
Differenzwinkel in der Tangentenebene meinen.
Gehen wir daher versuchsweise einmal von dieser
Hypothese
aus:
Wenn ein Flugzeug in I zum Flug auf dem
Großkreis IA startet, beträgt der Startwinkel N27.42°W;
wenn ein Flugzeug in I zum Flug auf dem Großkreis IS startet, beträgt
sein Startwinkel N154.37°O. Der entsprechende Differenzwinkel beträgt
demnach 177.41°.
Fischer zitiert 170°.
Auf den Differenzpunkt könnte man die Kontroverse
- die Unbestimmtheit der Peters- / Fischer-Rede bleibt
- wie folgt bringen:
-
"orthodrome Strahlen"
| IA: Kurs N27.42°W |
IS: Kurs N154.37°O |
D = 177°41' | 170° |
-
"loxodrome Strahlen"
| IA: Kurs N90°O |
IS: Kurs N160.83°O |
D = 109°10' | 105° |
Wenn daher Fritz
Fischer diesen Unterschied mit Arno Peters zu Lasten Gerhard
Mercators verrechnet, dann haben beide leider noch immer nicht - zusammen
mit etlichen Anderen - die Navigationsprobleme des 16.Jhs ff. - den Unterschied
des Segelns auf dem Großkreis und der Kursgleichen - verstanden.
(Vgl. den Artikel LOXODROME
der www.britannica.com.)
Den Beweis dafür, daß Gerhard Mercator
mit seiner Karte AD USUM NAVIGANTIUM
den ersten normalachsigen echten - nachweisbar - winkeltreuen Zylinderentwurf
geleistet hat, trete ich hier nicht noch einmal an. Eine sehr schöne
Ableitung der winkeltreuen Mercatorabbildung aus der (stereografischen)
winkeltreuen Hipparchabbildung findet man bei Heinrich Dörrie:
Ebene
und sphärische Trigonometrie, München
1950,
§ 100.
Hypothese
In der Nautik leitet man für den Start[Kurs]winkel
a,
den
Ankunftswinkel b bzw. den betreffenden Kurswinkel
b* im nautischen Dreieck AN(ordpol)B mit Hilfe
der Neperschen Analogien ab:

woraus sich a=<)NAB, b=<)NBA,
b* = 360° - b bestimmen lassen.
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