Ihre Übertragung in das äquale Häusersystem - inklusive
der Planeten Neptun, Uranus und Pluto - führt zur folgender Darstellung:
Ein "Horoskop" ist also zuerst einmal nichts anderes als eine Planetenkonstellation
in besonderer Darstellungsform.
|
Wenn man sich einer identifizierenden Sprache bedienen will, könnte
man sagen:
eine Nativität ist der mit astronomisch-mathematischen
Hilfsmitteln beschriebene Mensch, wie er sich zum Zeitpunkt seiner Geburt
planetarisch
darstellt.
.
Auch ein "sonstiges" Horoskop ist ebenfalls zuerst einmal
nichts anderes als die Planetenkonstellation zum Zeitpunkt eines betreffenden
oder zu erwartenden Ereignisses.
.
-
Der Glaube - dann - an die Bestimmung der Schöpfung, insgesamt dem
Menschen dienstbar zu sein, und der damit verknüpfte Glaube an mögliche
Wirkungen und mögliche Einflüsse der Gestirne - in den altvorderen
/ mythologischen Zeiten zu den Altären der Götter erhoben - in
ihrer Beziehung zueinander und auf das Schicksal des Individuums hat die
seit Jahrtausenden praktizierte rechnende Astronomie in eine bewertende,
beurteilende
- judizierende - Astronomie, d.i. in Astrologie - oder wie
Gerhard
Mercator schließlich zutreffend sagt: in
Astromantik -
überführt.
-
Für das Mittelalter und die aus ihm herauswachsende Renaissance hatten
sich längst Schematisierungen und Formen ergeben, die das Berechnen
von Nativitäten oder - zu gegebenen Anlässen - sonstigen21
Planetenkonstellationen den Mathematikern überließ, ihm oder
Kundigen aber gleichzeitig auftrug - förmlich die Last aufbürdete
- , die Interpretation, die Auslegung / Bewertung der Horoskope oder sonstigen
Konstellationen nach klassischen Formen und Vorgaben durchzuführen.
-
Diese Vorgaben schreiben sich zum Teil aus ur-alten "Erfahrungen" und ihnen
anhängenden Traditionen her. Wir erfahren sie aus den Überlieferungen
der Befürworter wie der Gegner astrologischen Handelns.
Meistens haben die Gegner divinatorischen Denkens die Regeln und Prinzipien
der Astrologie zusammengestellt (um sie dann zu bekämpfen), so auch
Sextus
Empiricus in seiner Abhandlung Adversos astrologos:
-
Einige Planeten sind "günstig", andere "ungünstig": Mars und
Saturn führen die letzeren an: Merkur ist schwankend: mal so, mal
so; Jupiter und Venus dagegen werden durchweg als "günstig" eingestuft;
Sonne und Mond sind in verschiedenen Himmelsregionen von verschiedener
Wirkung.
-
Jedem Planeten wird eine spezifische Art und Weise zugeschrieben, auf die
"untere" Welt durch "Strahlung" einzuwirken.
-
Die betreffenden Eigenschaften kommen auch den Tierkreiszeichen, den Dekanen
- jedes Zeichen besaß drei gleichgroße (entsprechend 10°)
- , ja sogar den Graden - bzw. ihren Zeitabschnitten - zu, die der Planet
"beherrscht", dominiert.
-
Alle Tierkeitsabschnitte, die von guten "Vorstehern" dominiert werden,
übernehmen deren "gute" Eigenschaften, ansonst sind sie "verderblich":
Steinbock und Wassermann haben nichts als Verderben zu bieten, werden sie
von doch vom "ungünstigen" Saturn regiert.
-
Am wirksamsten sind Sonne und Mond. Die übrigen Planeten sind um so
wirksamer je näher sie der Sonne bzw. ihren Häusern stehen.
Theilung des Himels in die 12. Heuser / nach
der figur deß himels:
Damit der Himlischen Gestirn Influentz vnd verwandlung
desto verstendiger erlehrnet würde /
ist mit verwilligung aller Gelehrten /
erfunden /
durch etliche circkel /
das gantz Firmament in 12. theil oder heuser
zutheilen /
daran der gantze handel deß vrtheilens
oder Judicieren gelegen.
-
Die größte Kraft entfalten die Planeten in ihren Häusern.
Am wirksamsten sind sie in ihrer "Erhöhung" oder "exaltatio". Bis
zur Unwirksamkeit sind sie in ihrer diametral gegenüber gelegenen
"Erniedrigung" oder "debilitas" verkommen:
| exaltatio |
|
debilitas |
|
| Sonne im Widder |
19°
|
Waage |
19° |
| Mond im Stier |
3°
|
Skorpion |
3° |
| Merkur in der Jungfrau |
15°
|
Fische |
15° |
| Venus in den Fischen |
27°
|
Jungfrau |
27° |
| Mars im Steinbock |
28°
|
Stier |
28° |
| Jupiter im Krebs |
15°
|
Steinbock |
15° |
| Saturn in Waage |
21°
|
Widder |
21° |
-
In einem anderen als seinem Hause stehend, gewinnt ein an Planet
an Kraft bzw. verliert an Wirkung, jenachdem er mit dem Hausherrn harmoniert
oder nicht.
-
Wohltätig ist eine Konjunktion, verderblich eine Opposition;
günstig ist das "Anschauen" im Dreieck wie im Sechseck, ungünstig
dagegen im Quadrat.
-
Der apotelemata sive decreta astrorum (Beschlüsse)
gibt es drei: einfache, zusammengesetzte oder allgemeine: Da jeder Planet
seine Spezifika mit sich führt, kann ein einzelner (einfach), können
mehrere (zusammengesetzt) oder schließlich alle zusammen um Rat gefragt
werden.
Eine "vollständige" Nativität liegt dann vor, wenn aller Planeten
und Zeichen "Beschlüsse" zusammengezogen einem Resultat zugrunde
liegen
.
Gewonnen werden diese Resultate in der Interpretation
der Anwesenheit der einzelnen Planeten in den 12 Häusern. Die einzelnen
Häuser haben dabei seit alters her ihre "typischen" Bedeutungen. Für
das "einfache Volk" machten Kalender diese Bedeutungen verstehbar:
Dabei drücken das 1.=horoscopus
und das 7.=occasus
Haus das Wesen der Persönlichkeit = vita
& uxor aus.
Das 2.=inferna porta
und das 8.=superna porta
Haus beschreiben das physische Leben und sein Vermögen. Die Häuser
3=dea und 9=deus
"bestimmen" die Relationen, die sich in den geistigen Interessen, Erkenntnisse
und Beziehungen manifestieren. Das 4.=imun
coeli genauso wie das 10.=medium
coeli Haus stellen Herkunft und Ehre unter
zeitlichen Gesichtspunkten dar. Das 5.=bona
fortuna und das 11.=bonus
demon Haus umfassen das schöpferische
Potential der Persönlichkeit wie ihr Hineinwirken in die nähere
(Freundeskreis) wie weitere (patria)
Gesellschaft. Die Häuser 6=mala fortuna
und 12=malus demon
zielen ab auf die Lebensbedingungen, insonderheit auf deren Veränderungen.
.
Daß Gerhard Mercator die Aufeinanderfolge
von "Eckhaus", "Mittelhaus" und "Kadenz" (3., 6., 9. und 12. Haus) kennt,
Anguli fortiores: 1, 4, 7, 10
Succedentes fortes: 2, 5, 8, 11
Cadentes debiles: 3, 6, 9, 12
zeigt seine ?damals weitgehende Vertrautheit mit
astrologischen Praktiken: In der gleichen Weise folgen im Tierkreis die
"kardinalen", "festen" und "beweglichen" Zeichen aufeinander.
.
Für die Astrologie des Zeitalters drücken
die Planeten über dem Horizont (in den Häusern 7 - 12)
die Objektivität eines Charakters, die unter dem Horizont (in
den Häusern 1 - 6) dagegen seine Subjektität aus. Dominanz der
Planeten in der östlichen Hälfte des Horoskops gilt als
Zeichen der Aktivität eines Individualisten, der seine Unabhängigkeit
aus freiem Entschluß gewinnt. Ein stark mit Planeten besetzter erster
Quadrant schildert einen vorwiegend intuitiven Typ ab, dessen subjektives
Selbstbewußtsein sich in einem Hang zum Alleinsein ausdrückt.
Das erste Haus
.
I. Domus, Vitae
Setzen also die Philosophi den anfang des ersten
hauß /
in Orient oder auffgang /
nenns den Ascendenten /
Angel oder ort deß Auffgangs /
wirt diß hauß zugeeignet dem Leben
vnd aller werck anfang.
Dann im Orient fahet an die bewegung deß
Himels /
Deshalb alle vermöglichkeit von anfang jhrenn
ursprung hat.
Daher auch aller Völker anbetten gegen Orient
gericht ist.
.
Nach Gerhard Mercator besitzt der "Herr" des 1. Hauses 12 "virtutes"
= bewirkende Kräfte; er bezeichnet die Persönlichkeit, ihre vitale
Ausstrahlung; er beherrscht das körperliche Leben und überhaupt
das Schicksal; er wacht über die Funktion der Leber; er ist der Herr
der Tugenden und der Weisheit des Individuums: Der dominus
des 1. Hauses bestimmt den Rahmen der Identität, der Zukunft; er gibt
Antwort auf die Frage: Was bin ich? Da der ASZ bei 25°45'16"
im Steinbock liegt, ist der dominus
des 1.Hauses der Saturn, der auch der Herr des Wassermanns
ist.
Ganz allgemein gilt: Der Herrscher, dominus,
eines Hauses ist derjenige Planet, der in dem Zeichen regiert,
wo seine Spitze liegt. Der Herrscher des nächsten Zeichens in einem
Haus ist dann der Mitregent.
So ist z.B. der Mitherrscher des 1.Hauses hier der Herrscher des Wassermanns,
- und das ist wiederum Saturn. Saturn ist also - in Gerhard
Mercators Horoskop - der Alleinherrscher im 1.Haus.
.
Das wichtigste Element für die Deutung einer Nativität ist
der Aszendent, das Horoskop. Der ASZ
definiert die Spitze, den Beginn des 1. Hauses.
"Horoskopen" hießen diejenigen Priester, die den ägyptischen
Königen den Beginn des Tages verkündeten. Clemens von Alexandrien
(in den Teppichen VI) ließ
sie bei den Prozessionen der Ägypter vor dem ersten Schreiber einhergehen,
ein Zeitmeßinstrument als Zeichen ihres Amtes tragend.
Astrologisch bezeichnet der Aszendent den Punkt der Ekliptik, der
gerade bei der Geburt - ich betrachte nur Nativitäten - am Horizont
aufgeht: der locus geniturae, der Beginn der
zwölf sortes oder loca,
die Spitze des ersten "Hauses", das sich über die ersten - östlichen
- 30° des Tierkreises erstreckt. Mit der Auslegung der Stärken
und Schwächen, der Fähigkeiten und der Probleme, die sich mit
dem "Gebieter" des Hauses, dem Gebieter der Geburt in Verbindung bringen
lassen, beginnt die divinatio:
In welchem Zeichen des Tierkreises liegt der Aszendent?
An welcher Stelle / in welcher Umgebung befindet sich der Gebieter
des Zeichens selbst?
Wird er exaltiert?
Trifft er zusammen mit "feindlichen" Gestirnen?
etcetc.
Im zweiten Buche seines Astronomicons
unterstellt Manilius das erste Haus dem Patronat des Gottes Thot-Hermes-Merkur.
. ASZ
im Steinbock
-
Sie überstürzen nie etwas. Sie gehen mit Bedacht vor und lassen
sich von Ihrem Verantwortungsgefühl leiten. Ihr Verhalten erscheint
logisch und konsequent, leider mangelt es Ihnen dafür aber auch manchmal
an Spontaneität - sogar an Humor? Das heißt wohl auch, daß
das Schicksal Ihnen einige Schwierigkeiten bereitet. Das mag so weit gehen,
daß Sie unbestimmte Schuldgefühle verspüren und Hemmungen
haben, etwas von Ihren inneren Vorgängen an die Oberfläche gelangen
zu lassen.
-
Alles in Ihrem Leben soll Bedeutung haben und möglicht dauerhaft sein.
Um das zu erreichen, arbeiten / schuften Sie wie kein zweiter. Aber aus
emotionaler Unsicherheit bauen Sie auch gerne Mauern um sich auf.
-
Überprüfen Sie einmal, ob Sie Traditionen und Regeln ais wirklicher
Überzeugung folgen oder sich nur aus Unsicherheit an sie halten.
-
Seltsamerweise können Sie gerade im Alter lockerer werden und jugendlicher
leben aus in jüngeren Jahren. Dann sollte es Ihnen gelingen, mit Ihrem
großen praktischen Geschick und Ihrem Realistätsbewußtsein
wesentliches für die Gemeinschaft zu leisten und dadurch Ihre Erfüllung
finden. Ihr Ansehen in der Gesellschaft wird dann am größten
sein, wenn es für Sie schon gar nicht mehr wichtig ist.
Venus im 1.Haus
-
Diese Konstellation spricht dafür, daß Sie dem Leben aufgeschlossen
gegenübertreten. Sie verspüren den Wunsch, Ihrer Sensibilität
und Freundlichkeit bei den Begegnungen freien Lauf zu lassen.
-
Wenn Sie Ihre innere Harmonie und Ihre Flexibilität fördern,
werden Sie erkennen, wer Sie sind, obwohl es Ihnen auch möglich ist,
sich innerlich zu zerreißen.
.
.
Das zweite Haus
.
II. Domus, Substantiae
Das 2. hauß begreift die besitzung /
vermöglichkeit /
handel /
kauffen /
und verkauffen /
Dienstbotten beystandt /
zinß /
gült /
haußrath /
und allen gewinn.
.
Das 2.Haus ist das "untere Tor", die porta inferna.
Sein dominus besitzt vier wirkende Kräfte.
Als 2. Stelle von zwölf gibt das Haus Aufschluß über
das Vermögen bzw. über die Hoffnung, es zu vermehren (locus
pecuniae vel spei). Es kennzeichnet die Dienstbarkeit und zeigt
das Ende der Jugend an. Saturn ist der dominus
des 2.Hauses, da seine Spitze im Wassermann liegt, Mitregent ist
der Herr der Fische, Jupiter, der Herr über Schütze
und
Fische.
Für Manilius ist es ein "fauler Ort", weil es mit dem Aszendenten
durch keine Aspekt verbunden ist. Poetisch ist es der "Offenbarer von Hoffnungen",
weil es mit mit dem medium coeli im Trigon
steht. In der sekundären Betrachtungsweise verweist es - in Opposition
zum Haus des Todes - auf die Totenrichter Hades-Pluto und
damit auf den Tod selbst.
.
Jupiter im 2.Haus,
Sonne im 2.Haus
Der Beherrscher der Fische
ist Jupiter.
Da Jupiter selbst im 2. Haus auftritt, haben Sie wahrscheinlich
sehr viel Freude daran, alles mögliche zusamenzutragen und aufzubewahren.
Mit Elan und Schwung suchen Sie diesen Besitz auch dauernd zu vermehren.
Sie nutzen Ihre Resourcen für sinnvolle Ziele und lassen auch Ihre
Mitmenschen daran teilhaben. Auf finanziellem Gebiet sollten Sie eine gute
Nase besitzen.
-
Da Jupiter für die Suche nach höheren Erkenntnissen, für
die Philosophie, Religion, Moral und Ethik steht, gibt seine Stellung Auskunft
darüber, wie Sie am besten Ihren Horizont, Ihre Einsicht erweitern
können. Dieses Ur-Prinzip der Expansion steht auch für
Erfüllung, Anerkennung und Erfolg.
-
Sie sind vor allem bereit, sich für Ihren Glauben stark zu machen
und verspüren oft große, aber durchaus unbestimmte Sehnsüchte.
Vielleicht sind Sie sehr religiös und engagieren sich für Ihren
Glauben. Jupiter als das Bedürfnis nach geistigen Werten und
religiösem Erlebnis wirkt aus dem Zeichen der Fische heraus auf eine
mehr gefühlsmäßige Weise. Wie dieses Bedürfnis aber
zum Ausdruck kommt, darauf hat die Umwelt mit ihrer Atmosphäre und
ihren Gefühlsströmungen einen starken Einfluß. Sie können
viel Engagement für universelle Werte wie zum Beispiel Glaubensauffassungen
aufbringen. Es geht Ihnen um den Inhalt, nicht um die Form. Es ist Ihnen
ein Bedürfnis nach Änderung gegeben, was aber nicht heißen
soll, daß Sie Ihren Glauben wie ein Hemd wechseln. Sie sind bereit,
Ihre religiösen und spirituellen Fähigkeiten vollkommen uneigennützig
und selbstlos in den Dienst der anderen zu stellen. Ihre Haltung kann dann
von Tiefgang und Erkenntnis zeugen. Jupiter in seinem Haus läßt
in Ihnen das Bedürfnis aufkommen, sich in Einheit und Einklang = Harmonie
mit den Mitmenschen zu fühlen, unabhängig davon, ob sich dies
nun auf den Glauben, auf eine bestimmte Lebensanschauung oder auf das Gefühl
bezieht, daß alle Menschen auf der Erde - bei allen äußerlichen
Unterschieden - eins sind.
-
Sie besitzen große geistige Kräfte, die sie auch meditativ nutzen
sollten. Gerade im Bereich der Kunst können Sie mit Ihrer Sensibilität
und Phantasie sehr viel erreichen.
-
Möglicherweise werden Sie erst spät selbständig und haben
Probleme damit, Ihr leben in den Griff zu bekommen.
-
Fischmenschen - ganz allgemein - sind insgeheim oft sensible Mystiker
mit einem sanften, gewaltlosen, aber schwer lesbaren Charakter, bisweilen
sonderlich oder unergründlich, mysteriös und in sich gekehrt.
.
Sonne im 2.Haus
In der humanistischen Astrologie geht es im 2.Haus um den Test
des Besitzens: Leben Sie Ihre persönlichen Talente aus und verinnerlichen
Sie Ihre Werte, damit Sie sich Ihrer selbst bewußter werden. Sie
müssen erkennen, was Sicherheit für Sie bedeutet, da Sie materiell
von anderen Menschen unabhängig sein wollen und werden. Ihre Befriedigung
in Ihrem Leben ziehen Sie aus dem Erwerb von Besitz und Ihrem Talent, in
der physischen Welt ohne Probleme klarzukommen. Die Kraftentfaltung der
Sonne im zweiten haus ist für Sie von Vorteil, weil Sie mit ihr über
genügend Energie verfügen, um sich mit den anstehenden Prüfungen
im Bereich der Werte auseinanderzusetzen. Letztendlich können Sie
ein Selbstbewußtsein entwickeln, mit dem Sie allen Herausforderungen
des Lebens die Stirn bieten.
Sonne in 24°10'52" Fische
-
Sie haben ein empfindsames Naturell, mit dem Sie die Schwingungen Ihrer
Umgebung gut aufnehmen können. Ob das Fluch oder Segen ist, wissen
Sie manchmal selbst nicht so genau, weil Sie sich durch Ihre hohe Aufnahmebereitschaft
in große Verwirrung stürzen lassen können.. Sie sind fast
wie ein Schwamm, der alles undifferenziert aufnimmt und sich dann fragt,
wie eigentlich die eigenen Ansichten und Gefühle aussehen.
-
Da der Fisch das letzte der zwölf Tierkreiszeichen ist, hat er von
allem etwas. Das mag nicht ganz unproblematisch für Sie sein. Lassen
Sie es nicht zu, abhängig vom Wohlwollen anderer Menschen zu werden,
sondern stellen Sie sich auf Ihre eigenen zwei Beine. Sie müssen zunächst
Ihre Angst überwinden und sich Ihrer großen Potentiale bewußt
werden. Auf kreativem Gebiet könnten Sie die schöne Erfolgserlebnisse
haben und Ihre Umgebung wahrscheinlich stark beeindrucken.
-
Sie werden Ihr Lebensziel erreichen, wenn Sie Ihren Filter aktiviert haben
und unterscheiden können, welchen Problemen Sie sich widmen wollen
und welche Sie nichts angehen.
-
Vielleicht finden Sie ja Kraft im Glauben; das Christentum wird durch das
Zeichen der Fische verkörpert, und die Person Jesu kann die Qualität
und das Potential dieses Zeichens sehr gut beschreiben.
Das dritte Haus
III. Domus, Fratrum, breujum itinerum
Das 3. hauß /
so sich am ort gegen Mitnacht endet /
wirdt zugegeben der Brüderschafft /
schwestern /
gesipten /
freunden /
günnern /
kurtzen reysen vnn gastungen.
.
Das 3.Haus, genannt "Dea", Göttin, kennzeichnet
die Brüder und Blutsverwandten, die Freunde: Bisweilen gibt sie Auskunft
über die Reisen - hierin ist sie verbunden mit dem neunten Haus (Deus).
Ungünstige Sterne verkehren aber auch - wie im neunten Haus - alles
ins Gegenteil: Nervenlähmung einerseits und Verlust an Gut und Besitz
können die Folge sein; auch der gute Ruf kann auf dem Spiele stehen:
Auf das Horoskop - den ASZ - blickt diese Stelle im Sechseck
(aspectus sextilis), zusätzlich mit dem
Sextil Merkur * Venus. Der Herr des Hauses, Jupiter,
wirkt auf fünffache Weise.Sein Mitregent ist der Herr des Widder:
Mars,
der Herrscher der Zeichen Skorpion und Widder.
Manilius identifiziert die dea als
die "schnelle Göttin der Jagd Artemis-Diana",
womit dann besonders die Mond-Göttin Luna (Selene) gemeint
ist. Das 3. Haus bezeichnet ihm die sublunare Sphäre, die Gegend unterhalb
des Mondes, in welcher sich Willkürliches und Zufälliges ereignet.
Er spricht von ihm als einem"eigenmächtigen und zwischenweltlichen"
locus.
.
Merkur im 3.Haus
Man sagt, der Merkur fühle sich im dritten Haus wohl, weil
dieses "parallel" zum Zwilling (Gemini)
sei (s.w.o.). Die Sonne - nur wenig von der Spitze des 3.Hauses
entfernt - ist nicht herausfordernd aspektiert, was bedeuten mag, daß
Sie in jungen Jahren eine Art zu denken an den Tag legten, die nicht mit
dem Lehrplan hormonisierte. Es kann auch zu Spannungen zwischen Ihnen und
Ihren Geschwistern gekommen sein, die Sie vielleicht einmal aufarbeiten
sollten. Sie verfügen über einen vitalen, scharfsinnigen Geist.
Hinzu kommt, Ihre Liebe zum Detail. Aufgrund Ihrer großen Wortgewandtheit
und Ihrem Interesse an allem wird es kaum eine Sache geben, über die
Sie sich nicht äußern könnten.
.
Merkur in 4°9'51" Widder
-
Sie sind entschlußfreudig und scheuen sich nicht, zumindest in Ihrem
Kopf alle Möglichkeiten durchzuspielen. Sie wissen, was Sie wollen,
und gehen daher so manches Risiko ein.
-
Sie erfassen die Sachverhalte schnell und können schlagfertig reagieren,
wenn man Sie angreift.
-
Merkur, das Prinzip der Vermittlung, versucht im Widder das Wollen dem
Können anzugleichen. Sei Prinzip setzt das Maß an Anpassung
und Vernunft.
Die Häuser 4 bis 8 haben - wie es scheint - keinen bewirkenden
Bezug zum vorliegenden Horoskop. In der klassischen Divinationslehre ist
das aber keineswegs der Fall:
Für einen Astrologen - erst für einen "klassischen"
- ist es nicht richtig, von einem "leeren" Haus zu sprechen: Selbst wenn
kein Planet in ihm "zuhause" ist, so fällt doch mindestens ein Zeichen
in seinen Lebensbereich und beeinflußt ihn. Das aber heißt
einerseits: die Eigenschaften des Zeichens sind mit denen des dem Hause
zugehörigen Lebensbereichs in Beziehung zu setzen, und andererseits
stellen sich hier Fragen der Art: Welcher Planet beherrscht das Haus an
seiner Spitze? In welchem Zeichen steht der dominus
selbst? Wie ist er aspektiert? so daß in den Antworten eine Reihe
von Informationen über das Haus zutage treten; und außerdem:
Nicht zu vernachlässigen sind dieselben Fragen an den Mitregenten
des Hauses...:
"Leer" im strengen Sinn des Wortes ist also kein Haus, und ein "leeres"
Haus geht keineswegs für die Divination verloren.
Aber: Eine Einbeziehung der "leeren" Häuser in die Divination versage
ich mir. Ihre Beschreibung durch Gerhard Mercator soll hier allein
das am Himmelsglobus des Jahres
1551
dargestellte Wissen um die klassischen Ansichten der Astrologie weiter
vertiefen.
Das vierte Haus
.
IV. Domus, Parentum
Das 4. hauß /
ein angel /
ort vnd spitz der Mitnacht /
genannt /
Imum Coeli, das ist das vnderst theil des Firmaments
/
wirt eltern /
erbschafften /
verborgenen schätzen /
ackergang /
vnd vnbeweglichen dingen zugeschrieben.
.
Das 4.Haus hat seine "Parallele" zum Krebs.
In den Häuserdefinitionen des Alcabitius, des Campanus
wie Regiomontan - und über in den nicht-äqualen Häusersystemen
- definiert seine Spitze die "Tiefe des Himmels" (imum
coeli), die untere Kulmination, den DSZ.
Der Herrscher des 4.Hauses ist der Mars, der die Zeichen Schütze
und
Widder dominiert und siebenfache Tugend besitzt. Seine Mitregentin
ist die Venus, die Beherrscherin des Stierzeichens.
Das 4.Haus bezeichnet ganz allgemein die Herkunft, die Eltern und alles,
was die Eltern im weiteren Sinne betrifft: Heimat, Ursprung der Familie,
Wurzeln und Quellen des Ich.
Die Himmelstiefe als nördlicher Wendepunkt des Himmels gibt Auskunft
über alles Irdische, was die Bestattung, das Lebensende, aber auch
die Ehre - Glorie - betrifft, die im Tode "aufgeht". Da sie im Quadrat
auf das Horoskop - den ASZ - blickt, ist sie auf das Engste
mit ihm verknüpft.
Manilius bezeichnet das centrum hypogaeum
als "Eckhaus unter der Erde" und übernimmt
es als die alte ägyptische "Unterweltsee".
Das fünfte Haus
.
V. Domus, Filiorum
Das 5. hauß /
kindern /
freundlichkeiten /
gaben /
botten /
vnd gesandten zugeiegnet.
.
Das 5.Haus, das gute Glück, bona
fortuna, hat als Parallel den Löwen,
über den die Sonne herrscht.Als domina
- im Horsoskop - erweist sich die Venus, mit ihr regiert der Merkur,
der in den Zwillingen zuhause ist.
.
Das 5.Haus bezeichnet das in "öffentlichen"
Geschenken begründete "kleine" Glück, aber auch die Ehre, die
sich in den eigenen Kindern und überhaupt in den Nachkommen - auch
in ihrer Anzahl - kundtut. Die 5. Stelle charakerisiert die Freude, die
man am Leben hat, aber auch Lob und Tadel nach dem Tode.
Da sie der Ort der mütterlichen, obsorgenden
Venus
ist, wird hier deren Einfluß auf das "gute Glück" besonders
wirksam, "... denn
- so Manilius - dieser Ort ist mit
dem ASZ im glücklichen Trigonalschein verbunden".
|