Divinatorisches Denken
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Bevor wir uns der Divination des Geburtshoroskops Gerhard Mercators zuwenden können, müssen wir uns über das Folgende im Klaren sein:
  • Eine Nativität (Geburtshoroskop) ist zuerst einmal nichts anders als die Darstellung - wie auch immer - der Planetenkonstellation zum Zeitpunkt der Geburt eines Menschen. 
Betrachten wir die folgende - sozusagen "normal" dargestellte - Planetenkonstellation20 vom 1.11.1994, 0:00 UT:
Ihre Übertragung in das äquale Häusersystem - inklusive der Planeten Neptun, Uranus und Pluto - führt zur folgender Darstellung:

Ein "Horoskop" ist also zuerst einmal nichts anderes als eine Planetenkonstellation in besonderer Darstellungsform.
    Wenn man sich einer identifizierenden Sprache bedienen will, könnte man sagen: 
     
      eine Nativität ist der mit astronomisch-mathematischen Hilfsmitteln beschriebene Mensch, wie er sich zum Zeitpunkt seiner Geburt planetarisch darstellt.
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      Auch ein "sonstiges" Horoskop ist ebenfalls zuerst einmal nichts anderes als die Planetenkonstellation zum Zeitpunkt eines betreffenden oder zu erwartenden Ereignisses.
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  • Der Glaube - dann - an die Bestimmung der Schöpfung, insgesamt dem Menschen dienstbar zu sein, und der damit verknüpfte Glaube an mögliche Wirkungen und mögliche Einflüsse der Gestirne - in den altvorderen / mythologischen Zeiten zu den Altären der Götter erhoben - in ihrer Beziehung zueinander und auf das Schicksal des Individuums hat die seit Jahrtausenden praktizierte rechnende Astronomie in eine bewertende, beurteilende - judizierende - Astronomie, d.i. in Astrologie - oder wie Gerhard Mercator schließlich zutreffend sagt: in Astromantik - überführt. 
  • Für das Mittelalter und die aus ihm herauswachsende Renaissance hatten sich längst Schematisierungen und Formen ergeben, die das Berechnen von Nativitäten oder - zu gegebenen Anlässen - sonstigen21 Planetenkonstellationen den Mathematikern überließ, ihm oder Kundigen aber gleichzeitig auftrug - förmlich die Last aufbürdete - , die Interpretation, die Auslegung / Bewertung der Horoskope oder sonstigen Konstellationen nach klassischen Formen und Vorgaben durchzuführen.
  • Diese Vorgaben schreiben sich zum Teil aus ur-alten "Erfahrungen" und ihnen anhängenden Traditionen her. Wir erfahren sie aus den Überlieferungen der Befürworter wie der Gegner astrologischen Handelns. 
Meistens haben die Gegner divinatorischen Denkens die Regeln und Prinzipien der Astrologie zusammengestellt (um sie dann zu bekämpfen), so auch Sextus Empiricus in seiner Abhandlung Adversos astrologos:
  • Einige Planeten sind "günstig", andere "ungünstig": Mars und Saturn führen die letzeren an: Merkur ist schwankend: mal so, mal so; Jupiter und Venus dagegen werden durchweg als "günstig" eingestuft; Sonne und Mond sind in verschiedenen Himmelsregionen von verschiedener Wirkung.
  • Jedem Planeten wird eine spezifische Art und Weise zugeschrieben, auf die "untere" Welt durch "Strahlung" einzuwirken.
  • Die betreffenden Eigenschaften kommen auch den Tierkreiszeichen, den Dekanen - jedes Zeichen besaß drei gleichgroße (entsprechend 10°) - , ja sogar den Graden - bzw. ihren Zeitabschnitten - zu, die der Planet "beherrscht", dominiert. 
  • Alle Tierkeitsabschnitte, die von guten "Vorstehern" dominiert werden, übernehmen deren "gute" Eigenschaften, ansonst sind sie "verderblich": Steinbock und Wassermann haben nichts als Verderben zu bieten, werden sie von doch vom "ungünstigen" Saturn regiert.
  • Am wirksamsten sind Sonne und Mond. Die übrigen Planeten sind um so wirksamer je näher sie der Sonne bzw. ihren Häusern stehen.
    • Theilung des Himels in die 12. Heuser / nach der figur deß himels:
      Damit der Himlischen Gestirn Influentz vnd verwandlung desto verstendiger erlehrnet würde /
      ist mit verwilligung aller Gelehrten / 
      erfunden /
      durch etliche circkel /
      das gantz Firmament in 12. theil oder heuser zutheilen /
      daran der gantze handel deß vrtheilens oder Judicieren gelegen.
  • Die größte Kraft entfalten die Planeten in ihren Häusern. Am wirksamsten sind sie in ihrer "Erhöhung" oder "exaltatio". Bis zur Unwirksamkeit sind sie in ihrer diametral gegenüber gelegenen "Erniedrigung" oder "debilitas" verkommen:
     
    exaltatio debilitas
    Sonne im Widder
    19°
    Waage 19°
    Mond im Stier
    Skorpion
    Merkur in der Jungfrau
    15°
    Fische 15°
    Venus in den Fischen
    27°
    Jungfrau 27°
    Mars im Steinbock
    28°
    Stier 28°
    Jupiter im Krebs
    15°
    Steinbock 15°
    Saturn in Waage
    21°
    Widder 21°
  • In einem anderen als seinem Hause stehend, gewinnt ein an Planet an Kraft bzw. verliert an Wirkung, jenachdem er mit dem Hausherrn harmoniert oder nicht.
  • Wohltätig ist eine Konjunktion, verderblich eine Opposition;

  • günstig ist das "Anschauen" im Dreieck wie im Sechseck, ungünstig dagegen im Quadrat.
  • Der apotelemata sive decreta astrorum (Beschlüsse) gibt es drei: einfache, zusammengesetzte oder allgemeine: Da jeder Planet seine Spezifika mit sich führt, kann ein einzelner (einfach), können mehrere (zusammengesetzt) oder schließlich alle zusammen um Rat gefragt werden.

Vgl. KochErster Teil 85

Eine "vollständige" Nativität liegt dann vor, wenn aller Planeten und Zeichen "Beschlüsse" zusammengezogen einem Resultat zugrunde liegen
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Die zwölf Häuser

Gewonnen werden diese Resultate in der Interpretation der Anwesenheit der einzelnen Planeten in den 12 Häusern. Die einzelnen Häuser haben dabei seit alters her ihre "typischen" Bedeutungen. Für das "einfache Volk" machten Kalender diese Bedeutungen verstehbar:
 

Dabei drücken das 1.=horoscopus und das 7.=occasus Haus das Wesen der Persönlichkeit = vita & uxor aus. Das 2.=inferna porta und das 8.=superna porta Haus beschreiben das physische Leben und sein Vermögen. Die Häuser 3=dea und 9=deus "bestimmen" die Relationen, die sich in den geistigen Interessen, Erkenntnisse und Beziehungen manifestieren. Das 4.=imun coeli genauso wie das 10.=medium coeli Haus stellen Herkunft und Ehre unter zeitlichen Gesichtspunkten dar. Das 5.=bona fortuna und das 11.=bonus demon Haus umfassen das schöpferische Potential der Persönlichkeit wie ihr Hineinwirken in die nähere (Freundeskreis) wie weitere (patria) Gesellschaft. Die Häuser 6=mala fortuna und 12=malus demon zielen ab auf die Lebensbedingungen, insonderheit auf deren Veränderungen.
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Daß Gerhard Mercator die Aufeinanderfolge von "Eckhaus", "Mittelhaus" und "Kadenz" (3., 6., 9. und 12. Haus) kennt, 

Anguli fortiores: 1, 4, 7, 10
Succedentes fortes: 2, 5, 8, 11
Cadentes debiles: 3, 6, 9, 12
zeigt seine ?damals weitgehende Vertrautheit mit astrologischen Praktiken: In der gleichen Weise folgen im Tierkreis die "kardinalen", "festen" und "beweglichen" Zeichen aufeinander.
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Für die Astrologie des Zeitalters drücken die Planeten über dem Horizont (in den Häusern 7 - 12) die Objektivität eines Charakters, die unter dem Horizont (in den Häusern 1 - 6) dagegen seine Subjektität aus. Dominanz der Planeten in der östlichen Hälfte des Horoskops gilt als Zeichen der Aktivität eines Individualisten, der seine Unabhängigkeit aus freiem Entschluß gewinnt. Ein stark mit Planeten besetzter erster Quadrant schildert einen vorwiegend intuitiven Typ ab, dessen subjektives Selbstbewußtsein sich in einem Hang zum Alleinsein ausdrückt.
 

Das erste Haus
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I. Domus, Vitae
Setzen also die Philosophi den anfang des ersten hauß /
in Orient oder auffgang /
nenns den Ascendenten /
Angel oder ort deß Auffgangs /
wirt diß hauß zugeeignet dem Leben vnd aller werck anfang.
Dann im Orient fahet an die bewegung deß Himels /
Deshalb alle vermöglichkeit von anfang jhrenn ursprung hat.
Daher auch aller Völker anbetten gegen Orient gericht ist.
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Nach Gerhard Mercator besitzt der "Herr" des 1. Hauses 12 "virtutes" = bewirkende Kräfte; er bezeichnet die Persönlichkeit, ihre vitale Ausstrahlung; er beherrscht das körperliche Leben und überhaupt das Schicksal; er wacht über die Funktion der Leber; er ist der Herr der Tugenden und der Weisheit des Individuums: Der dominus des 1. Hauses bestimmt den Rahmen der Identität, der Zukunft; er gibt Antwort auf die Frage: Was bin ich? Da der ASZ bei 25°45'16" im Steinbock liegt, ist der dominus des 1.Hauses der Saturn, der auch der Herr des Wassermanns ist.
Ganz allgemein gilt: Der Herrscher, dominus, eines Hauses ist derjenige Planet, der in dem Zeichen regiert, wo seine Spitze liegt. Der Herrscher des nächsten Zeichens in einem Haus ist dann der Mitregent.
So ist z.B. der Mitherrscher des 1.Hauses hier der Herrscher des Wassermanns, - und das ist wiederum Saturn. Saturn ist also - in Gerhard Mercators Horoskop - der Alleinherrscher im 1.Haus. 
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Das wichtigste Element für die Deutung einer Nativität ist der Aszendent, das Horoskop. Der ASZ definiert die Spitze, den Beginn des 1. Hauses.

"Horoskopen" hießen diejenigen Priester, die den ägyptischen Königen den Beginn des Tages verkündeten. Clemens von Alexandrien (in den Teppichen VI) ließ sie bei den Prozessionen der Ägypter vor dem ersten Schreiber einhergehen, ein Zeitmeßinstrument als Zeichen ihres Amtes tragend.
Astrologisch bezeichnet der Aszendent den Punkt der Ekliptik, der gerade bei der Geburt - ich  betrachte nur Nativitäten - am Horizont aufgeht: der locus geniturae, der Beginn der zwölf sortes oder loca, die Spitze des ersten "Hauses", das sich über die ersten - östlichen - 30° des Tierkreises erstreckt. Mit der Auslegung der Stärken und Schwächen, der Fähigkeiten und der Probleme, die sich mit dem "Gebieter" des Hauses, dem Gebieter der Geburt in Verbindung bringen lassen, beginnt die divinatio:
In welchem Zeichen des Tierkreises liegt der Aszendent?
An welcher Stelle / in welcher Umgebung befindet sich der Gebieter des Zeichens selbst? 
Wird er exaltiert? 
Trifft er zusammen mit "feindlichen" Gestirnen?
etcetc.
Im zweiten Buche seines Astronomicons unterstellt Manilius das erste Haus dem Patronat des Gottes Thot-Hermes-Merkur.

.ASZ im Steinbock

  • Sie überstürzen nie etwas. Sie gehen mit Bedacht vor und lassen sich von Ihrem Verantwortungsgefühl leiten. Ihr Verhalten erscheint logisch und konsequent, leider mangelt es Ihnen dafür aber auch manchmal an Spontaneität - sogar an Humor? Das heißt wohl auch, daß das Schicksal Ihnen einige Schwierigkeiten bereitet. Das mag so weit gehen, daß Sie unbestimmte Schuldgefühle verspüren und Hemmungen haben, etwas von Ihren inneren Vorgängen an die Oberfläche gelangen zu lassen.
  • Alles in Ihrem Leben soll Bedeutung haben und möglicht dauerhaft sein. Um das zu erreichen, arbeiten / schuften Sie wie kein zweiter. Aber aus emotionaler Unsicherheit bauen Sie auch gerne Mauern um sich auf.
  • Überprüfen Sie einmal, ob Sie Traditionen und Regeln ais wirklicher Überzeugung folgen oder sich nur aus Unsicherheit an sie halten.
  • Seltsamerweise können Sie gerade im Alter lockerer werden und jugendlicher leben aus in jüngeren Jahren. Dann sollte es Ihnen gelingen, mit Ihrem großen praktischen Geschick und Ihrem Realistätsbewußtsein wesentliches für die Gemeinschaft zu leisten und dadurch Ihre Erfüllung finden. Ihr Ansehen in der Gesellschaft wird dann am größten sein, wenn es für Sie schon gar nicht mehr wichtig ist.
Venus im 1.Haus
  • Diese Konstellation spricht dafür, daß Sie dem Leben aufgeschlossen gegenübertreten. Sie verspüren den Wunsch, Ihrer Sensibilität und Freundlichkeit bei den Begegnungen freien Lauf zu lassen.
  • Wenn Sie Ihre innere Harmonie und Ihre Flexibilität fördern, werden Sie erkennen, wer Sie sind, obwohl es Ihnen auch möglich ist, sich innerlich zu zerreißen.
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Das zweite Haus
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II. Domus, Substantiae
Das 2. hauß begreift die besitzung /
vermöglichkeit /
handel /
kauffen /
und verkauffen /
Dienstbotten beystandt /
zinß /
gült /
haußrath /
und allen gewinn.
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Das 2.Haus ist das "untere Tor", die porta inferna. Sein dominus besitzt vier wirkende Kräfte. Als 2. Stelle von  zwölf gibt das Haus Aufschluß über das Vermögen bzw. über die Hoffnung, es zu vermehren (locus pecuniae vel spei). Es kennzeichnet die Dienstbarkeit und zeigt das Ende der Jugend an. Saturn ist der dominus des 2.Hauses, da seine Spitze im Wassermann liegt, Mitregent ist der Herr der Fische, Jupiter, der Herr über Schütze und Fische.

Für Manilius ist es ein "fauler Ort", weil es mit dem Aszendenten durch keine Aspekt verbunden ist. Poetisch ist es der "Offenbarer von Hoffnungen", weil es mit mit dem medium coeli im Trigon steht. In der sekundären Betrachtungsweise verweist es - in Opposition zum Haus des Todes - auf die Totenrichter Hades-Pluto und damit auf den Tod selbst.

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Jupiter im 2.Haus, Sonne im 2.Haus

Der Beherrscher der Fische

ist Jupiter
Da Jupiter selbst im 2. Haus auftritt, haben Sie wahrscheinlich sehr viel Freude daran, alles mögliche zusamenzutragen und aufzubewahren. Mit Elan und Schwung suchen Sie diesen Besitz auch dauernd zu vermehren. Sie nutzen Ihre Resourcen für sinnvolle Ziele und lassen auch Ihre Mitmenschen daran teilhaben. Auf finanziellem Gebiet sollten Sie eine gute Nase besitzen.
  • Da Jupiter für die Suche nach höheren Erkenntnissen, für die Philosophie, Religion, Moral und Ethik steht, gibt seine Stellung Auskunft darüber, wie Sie am besten Ihren Horizont, Ihre Einsicht erweitern können. Dieses  Ur-Prinzip der Expansion steht auch für Erfüllung, Anerkennung und Erfolg.
  • Sie sind vor allem bereit, sich für Ihren Glauben stark zu machen und verspüren oft große, aber durchaus unbestimmte Sehnsüchte. Vielleicht sind Sie sehr religiös und engagieren sich für Ihren Glauben. Jupiter als das Bedürfnis nach geistigen Werten und religiösem Erlebnis wirkt aus dem Zeichen der Fische heraus auf eine mehr gefühlsmäßige Weise. Wie dieses Bedürfnis aber zum Ausdruck kommt, darauf hat die Umwelt mit ihrer Atmosphäre und ihren Gefühlsströmungen einen starken Einfluß. Sie können viel Engagement für universelle Werte wie zum Beispiel Glaubensauffassungen aufbringen. Es geht Ihnen um den Inhalt, nicht um die Form. Es ist Ihnen ein Bedürfnis nach Änderung gegeben, was aber nicht heißen soll, daß Sie Ihren Glauben wie ein Hemd wechseln. Sie sind bereit, Ihre religiösen und spirituellen Fähigkeiten vollkommen uneigennützig und selbstlos in den Dienst der anderen zu stellen. Ihre Haltung kann dann von Tiefgang und Erkenntnis zeugen. Jupiter in seinem Haus läßt in Ihnen das Bedürfnis aufkommen, sich in Einheit und Einklang = Harmonie mit den Mitmenschen zu fühlen, unabhängig davon, ob sich dies nun auf den Glauben, auf eine bestimmte Lebensanschauung oder auf das Gefühl bezieht, daß alle Menschen auf der Erde - bei allen äußerlichen Unterschieden - eins sind.
  • Sie besitzen große geistige Kräfte, die sie auch meditativ nutzen sollten. Gerade im Bereich der Kunst können Sie mit Ihrer Sensibilität und Phantasie sehr viel erreichen.
  • Möglicherweise werden Sie erst spät selbständig und haben Probleme damit, Ihr leben in den Griff zu bekommen.
  • Fischmenschen - ganz allgemein - sind insgeheim oft sensible Mystiker mit einem sanften, gewaltlosen, aber schwer lesbaren Charakter, bisweilen sonderlich oder unergründlich, mysteriös und in sich gekehrt.
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Sonne im 2.Haus
In der humanistischen Astrologie geht es im 2.Haus um den Test des Besitzens: Leben Sie Ihre persönlichen Talente aus und verinnerlichen Sie Ihre Werte, damit Sie sich Ihrer selbst bewußter werden. Sie müssen erkennen, was Sicherheit für Sie bedeutet, da Sie materiell von anderen Menschen unabhängig sein wollen und werden. Ihre Befriedigung in Ihrem Leben ziehen Sie aus dem Erwerb von Besitz und Ihrem Talent, in der physischen Welt ohne Probleme klarzukommen. Die Kraftentfaltung der Sonne im zweiten haus ist für Sie von Vorteil, weil Sie mit ihr über genügend Energie verfügen, um sich mit den anstehenden Prüfungen im Bereich der Werte auseinanderzusetzen. Letztendlich können Sie ein Selbstbewußtsein entwickeln, mit dem Sie allen Herausforderungen des Lebens die Stirn bieten.
Sonne in 24°10'52" Fische
  • Sie haben ein empfindsames Naturell, mit dem Sie die Schwingungen Ihrer Umgebung gut aufnehmen können. Ob das Fluch oder Segen ist, wissen Sie manchmal selbst nicht so genau, weil Sie sich durch Ihre hohe Aufnahmebereitschaft in große Verwirrung stürzen lassen können.. Sie sind fast wie ein Schwamm, der alles undifferenziert aufnimmt und sich dann fragt, wie eigentlich die eigenen Ansichten und Gefühle aussehen.
  • Da der Fisch das letzte der zwölf Tierkreiszeichen ist, hat er von allem etwas. Das mag nicht ganz unproblematisch für Sie sein. Lassen Sie es nicht zu, abhängig vom Wohlwollen anderer Menschen zu werden, sondern stellen Sie sich auf Ihre eigenen zwei Beine. Sie müssen zunächst Ihre Angst überwinden und sich Ihrer großen Potentiale bewußt werden. Auf kreativem Gebiet könnten Sie die schöne Erfolgserlebnisse haben und Ihre Umgebung wahrscheinlich stark beeindrucken.
  • Sie werden Ihr Lebensziel erreichen, wenn Sie Ihren Filter aktiviert haben und unterscheiden können, welchen Problemen Sie sich widmen wollen und welche Sie nichts angehen.
  • Vielleicht finden Sie ja Kraft im Glauben; das Christentum wird durch das Zeichen der Fische verkörpert, und die Person Jesu kann die Qualität und das Potential dieses Zeichens sehr gut beschreiben.

Das dritte Haus
 

III. Domus, Fratrum, breujum itinerum
Das 3. hauß /
so sich am ort gegen Mitnacht endet /
wirdt zugegeben der Brüderschafft /
schwestern /
gesipten /
freunden /
günnern /
kurtzen reysen vnn gastungen.
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Das 3.Haus, genannt "Dea", Göttin, kennzeichnet die Brüder und Blutsverwandten, die Freunde: Bisweilen gibt sie Auskunft über die Reisen - hierin ist sie verbunden mit dem neunten Haus (Deus). Ungünstige Sterne verkehren aber auch - wie im neunten Haus - alles ins Gegenteil: Nervenlähmung einerseits und Verlust an Gut und Besitz können die Folge sein; auch der gute Ruf kann auf dem Spiele stehen: Auf das Horoskop - den ASZ - blickt diese Stelle im Sechseck (aspectus sextilis), zusätzlich mit dem Sextil Merkur * Venus. Der Herr des Hauses, Jupiter,  wirkt auf fünffache Weise.Sein Mitregent ist der Herr des Widder: Mars, der Herrscher der Zeichen Skorpion und Widder.

Manilius identifiziert die dea als die "schnelle Göttin der Jagd Artemis-Diana", womit dann besonders die Mond-Göttin Luna (Selene) gemeint ist. Das 3. Haus bezeichnet ihm die sublunare Sphäre, die Gegend unterhalb des Mondes, in welcher sich Willkürliches und Zufälliges ereignet. Er spricht von ihm als einem"eigenmächtigen und zwischenweltlichen" locus.
 

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Merkur im 3.Haus

Man sagt, der Merkur fühle sich im dritten Haus wohl, weil dieses "parallel" zum Zwilling (Gemini) sei (s.w.o.). Die Sonne - nur wenig von der Spitze des 3.Hauses entfernt - ist nicht herausfordernd aspektiert, was bedeuten mag, daß Sie in jungen Jahren eine Art zu denken an den Tag legten, die nicht mit dem Lehrplan hormonisierte. Es kann auch zu Spannungen zwischen Ihnen und Ihren Geschwistern gekommen sein, die Sie vielleicht einmal aufarbeiten sollten. Sie verfügen über einen vitalen, scharfsinnigen Geist. Hinzu kommt, Ihre Liebe zum Detail. Aufgrund Ihrer großen Wortgewandtheit und Ihrem Interesse an allem wird es kaum eine Sache geben, über die Sie sich nicht äußern könnten.
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Merkur in 4°9'51" Widder

  • Sie sind entschlußfreudig und scheuen sich nicht, zumindest in Ihrem Kopf alle Möglichkeiten durchzuspielen. Sie wissen, was Sie wollen, und gehen daher so manches Risiko ein.
  • Sie erfassen die Sachverhalte schnell und können schlagfertig reagieren, wenn man Sie angreift.
  • Merkur, das Prinzip der Vermittlung, versucht im Widder das Wollen dem Können anzugleichen. Sei Prinzip setzt das Maß an Anpassung und Vernunft.


Die Häuser 4 bis 8 haben - wie es scheint - keinen bewirkenden Bezug zum vorliegenden Horoskop. In der klassischen Divinationslehre ist das aber keineswegs der Fall:
Für einen Astrologen - erst für einen "klassischen" - ist es nicht richtig, von einem "leeren" Haus zu sprechen: Selbst wenn kein Planet in ihm "zuhause" ist, so fällt doch mindestens ein Zeichen in seinen Lebensbereich und beeinflußt ihn. Das aber heißt einerseits: die Eigenschaften des Zeichens sind mit denen des dem Hause zugehörigen Lebensbereichs in Beziehung zu setzen, und andererseits stellen sich hier Fragen der Art: Welcher Planet beherrscht das Haus an seiner Spitze? In welchem Zeichen steht der dominus selbst? Wie ist er aspektiert? so daß in den Antworten eine Reihe von Informationen über das Haus zutage treten; und außerdem: Nicht zu vernachlässigen sind dieselben Fragen an den Mitregenten des Hauses...: 
"Leer" im strengen Sinn des Wortes ist also kein Haus, und ein "leeres" Haus geht keineswegs für die Divination verloren.
Aber: Eine Einbeziehung der "leeren" Häuser in die Divination versage ich mir. Ihre Beschreibung durch Gerhard Mercator soll hier allein das am Himmelsglobus des Jahres 1551 dargestellte Wissen um die klassischen Ansichten der Astrologie weiter vertiefen.


Das vierte Haus
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IV. Domus, Parentum
Das 4. hauß /
ein angel /
ort vnd spitz der Mitnacht /
genannt /
Imum Coeli, das ist das vnderst theil des Firmaments /
wirt eltern /
erbschafften /
verborgenen schätzen /
ackergang /
vnd vnbeweglichen dingen zugeschrieben.
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Das 4.Haus hat seine "Parallele" zum Krebs. In den Häuserdefinitionen des Alcabitius, des Campanus wie Regiomontan - und über in den nicht-äqualen Häusersystemen - definiert seine Spitze die "Tiefe des Himmels" (imum coeli), die untere Kulmination, den DSZ.
 
Der Herrscher des 4.Hauses ist der Mars, der die Zeichen Schütze und Widder dominiert und siebenfache Tugend besitzt. Seine Mitregentin ist die Venus, die Beherrscherin des Stierzeichens.
Das 4.Haus bezeichnet ganz allgemein die Herkunft, die Eltern und alles, was die Eltern im weiteren Sinne betrifft: Heimat, Ursprung der Familie, Wurzeln und Quellen des Ich.
Die Himmelstiefe als nördlicher Wendepunkt des Himmels gibt Auskunft über alles Irdische, was die Bestattung, das Lebensende, aber auch die Ehre - Glorie - betrifft, die im Tode "aufgeht". Da sie im Quadrat auf das Horoskop - den ASZ - blickt, ist sie auf das Engste mit ihm verknüpft.

Manilius bezeichnet das centrum hypogaeum als "Eckhaus unter der Erde" und übernimmt es als die alte ägyptische "Unterweltsee".


Das fünfte Haus
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V. Domus, Filiorum
Das 5. hauß /
kindern /
freundlichkeiten /
gaben /
botten /
vnd gesandten zugeiegnet.
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Das 5.Haus, das gute Glück, bona fortuna, hat als Parallel den Löwen, über den die Sonne herrscht.Als domina - im Horsoskop - erweist sich die Venus, mit ihr regiert der Merkur, der in den Zwillingen zuhause ist.
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Das 5.Haus bezeichnet das in "öffentlichen" Geschenken begründete "kleine" Glück, aber auch die Ehre, die sich in den eigenen Kindern und überhaupt in den Nachkommen - auch in ihrer Anzahl - kundtut. Die 5. Stelle charakerisiert die Freude, die man am Leben hat, aber auch Lob und Tadel nach dem Tode. 
 
Da sie der Ort der mütterlichen, obsorgenden Venus ist, wird hier deren Einfluß auf das "gute Glück" besonders wirksam, "... denn - so Manilius - dieser Ort ist mit dem ASZ im glücklichen Trigonalschein verbunden".